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Aus einem Faltblatt vom September 2005, von: DHS ( siehe unten )

*  Entstehung und Selbstverständnis

 Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe entstanden 1956 in Württemberg. Ehemalige Patienten aus Fachkrankenhäusern der Diakonie gründeten hier die ersten „Freundeskreise“ als Selbsthilfegruppen für Alkoholiker. Die Idee dabei war: Persönliche Beziehungen und Freundschaften tragen zur Stabilisierung der Persönlichkeit bei - und damit auch zur Abstinenz.

 Bereits damals waren sich die Gründer der Freundeskreise bewußt, daß Suchtkrankheit immer Auswirkungen auf die Familie hat. Deshalb bezogen sie Angehörige in die Gruppenarbeit ein und schrieben in ihrem Selbstverständnis fest: „Angehörige sind in die Gruppenarbeit integriert“.

 Freundeskreise entstanden bald in allen Teilen Deutschlands, gefördert auch durch den Ausbau des Angebots an Beratungsstellen in den 70er Jahren. Sie verstanden sich zunehmend als Teil des Behandlungsverbundes in der Suchtkrankenhilfe, suchten die Zusammenarbeit mit Fachkliniken und Beratungsstellen. Freundeskreise übernahmen Aufgaben in der Prävention und Motivation, begleiteten Suchtkranke und ihre Angehörigen während der Behandlung und stellten danach durch ihr Gruppenangebot die Nachsorge sicher. Ab 1967 entstanden die ersten Landesverbände; 1978 wurde der Dachverband auf Bundesebene gegründet. der heute den Namen „Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe - Bundesverband e.V.“ trägt.

 Freundeskreise arbeiten nach einem Leitbild, daneben gibt es keinerlei (schriftliche) Verpflichtungen. Ziel ist, daß die Mitglieder in den Gruppen (wieder) lernen, ihr Leben in eigener Verantwortung zu gestalten. Freundeskreise kennen deshalb auch keine Verpflichtung zur Abstinenz, sondern lassen hier Suchtkranke und Angehörige eigenverantwortlich entscheiden.

 

Freundeskreisarbeit ist nicht konfessionell gebunden, sie richtet sich an christlich-ethischen Grundwerten aus, wobei jede Gruppe entscheiden kann, wie sie diese Orientierung im Einzelnen umsetzt.

 

*  Zum Namen "Freundeskreis"

 

„Freundeskreis“ - ein Kreis von Freunden - kennzeichnet die Haltung der Mitglieder in den Freundeskreis-Selbsthilfegruppen: „Ein Freund ist ein Mensch, der mich versteht, mich annimmt. Freunde bewerten sich nicht nach dem Grundsatz von Leistung und Gegenleistung. Offene Zuneigung, gegenseitige Wertschätzung und Ernstnehmen kennzeichnen den Umgang miteinander“.

 Die Grundprinzipien der Freundeskreise - gleichzeitig auch Prinzipien von Selbsthilfegruppenarbeit - sind:

 

*  Gruppenarbeit

 

Durch die Gruppenarbeit wird meist schnell deutlich, dass die Suchtmittelabhängigkeit oft Ausdruck tiefer liegender Probleme ist, die aufgearbeitet werden müssen, um zu gesunden.

 Die "Behandlung" durch die Gruppe basiert auf einfachen, aber dennoch wichtigen Voraussetzungen, die Gesundheit ausmachen, wie:

•          mit anderen sprechen,

•          anderen zuhören,

•          andere Erfahrungen annehmen und

            auf das eigene Leben beziehen,

•          sich austauschen,

•          Beziehungen erleben.

 

Neben den Gruppenstunden verbringen die Mitglieder der Freundeskreise auch einen Teil ihrer Freizeit gemeinsam zum Beispiel beim Besuch von Veranstaltungen, bei der Gestaltung von Festen, bei Ausflügen, Sport und Spiel. Sie vermitteln damit, dass man Freizeit und Geselligkeit auch ohne Suchtmittel genießen kann.

 

*  Mitglieder

 

Mitglieder des Bundesverbandes sind 15 Landesverbände Baden, Bayern, Berlin-Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen. Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Württemberg sowie ein Freundeskreis in Thüringen. In diesen Landesverbänden sind rund 900 Freundeskreis-Selbsthilfegruppen organisiert. Sie vertreten ca. 13.000 Teilnehmer/innen. Dem Bundesverband gehören ca. 9.000 satzungsgemäße Mitglieder an.

Für Mitglieder steht die Wort-/Bildmarke zur Verfügung. Die Marke ist eingetragen beim Deutschen Patent- und Markenamt unter der Nummer 30 134 245.

 

*  Rechtsstatus

 

Der Bundesverband der Freundeskreise ist ein eingetragener Verein. Er ist Mitglied im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (Kassel), im Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e. V, (Berlin) und in der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (Hamm).

In der Kasseler Geschäftsstelle des Bundesverbandes sind drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen beschäftigt, die die Mitglieder betreuen und die Arbeit auf Orts-, Landes­und Bundesebene koordinieren.

Die Landesverbände sind ebenso eingetragene Vereine und Mitglieder in den Diakonischen Werken auf Landesebene. Die Geschäftsführung der Landesverbände erfolgt ehrenamtlich, lediglich die Landesverbände in Schleswig-Holstein und Württemberg werden durch Hauptamtliche in den Geschäftsstellen unterstützt.

 

*  Organisationsstruktur

 

Die Satzung (§ 5) legt die Organe des Bundesverbandes fest: Delegiertenversammlung (ein/e Delegierte/er auf 200 Mitglieder je Landesverband und Vorstand (Vorsitzender/Stellvertreter sowie ein Beisitzer je Landesverband. Diese sind ehrenamtlich und unentgeltlich tätig.

 

*  Finanzierung

 

Die Finanzierung des Bundesverbandes erfolgt durch Zuwendungen der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), Projektmittel des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) sowie durch Fördermittel der Bundesverbände der Krankenkassen. Der Bundesverband erhebt außerdem Mitgliedsbeiträge.

 

*  Aufgaben des Bundesverbandes

 

ü       Information und Öffentlichkeitsarbeit

Gruppen werden unterstützt, um ihre Arbeit in der Öffentlichkeit darstellen und Hilfe suchende Menschen sprechen zu können, durch

Ø       Informationsmaterialien (Faltblätter, Broschüren, Aufkleber, Plakate),

Ø       Arbeitshilfen (z.B. CD-ROM) zur Herstellung von Materialien für die einzelnen Gruppen (Briefpapier, Visitenkarten etc.),

Ø       Herausgabe der Verbandszeitschrift "Freundeskreis Journal" (zwei Ausgaben im Jahr).

 

ü       Förderung des Erfahrungsaustauschs unter den Freundeskreisen

Der Bundesverband organisiert regelmäßige Delegiertenversammlungen un1 Vorstandssitzungen Klausurtagungen Schulungen Arbeitstagungen zu bestimmten Schwerpunktthemen, fördert so den Austausch der Mitglieder untereinander und die Weiterentwicklung der Selbsthilfe. Durch die Teilnahme an Jahresfesten und Jubiläen der Freundeskreise und Landesverbände werden ebenfalls Arbeitsergebnisse transportiert.

 

ü       Durchführung von Maßnahmen und Projekten für Mitglieder in den Freundeskreisen

Der Bundesverband führt für seine Mitglieder Maßnahmen (Seminare) zur Aus- und Fortbildung durch -je nach Bedarf der Mitglieder - oder schult Multiplikatoren/innen, die dadurch in die Lage versetzt werden, auf Landesebene ebenfalls Maßnahmen durchführen zu können.

Ebenso führt der Bundesverband Projekte zu aktuellen Themen der Sucht-Selbsthilfe durch: zum Beispiel das Projekt "Brücken bauen", das darauf abzielt, junge Suchtkranke in die Selbsthilfe zu integrieren oder die beiden Angehörigen-Projekte "Co-Abhängigkeit erkennen` und "Kindern von Suchtkranken Halt geben".

ü       Einberufung von Arbeitskreisen

Der Vorstand des Bundesverbandes setzt Arbeitskreise ein, die sich mit aktuellen Themen der Suchtkrankenhilfe und der Einbindung der Selbsthilfe befassen, zum Beispiel die Arbeitskreise juMuS" (Junge Menschen und Sucht), "Öffentlichkeitsarbeit", "Aus- und Fortbildung".

 

ü       Vertretung der Interessen der Freundeskreise auf Bundesebene

Durch die Mitgliedschaft und Mitarbeit in Fachverbänden und Institutionen der Suchtkrankenhilfe werden die fachlichen Interessen der Freundeskreise eingebracht.

 

 

 

ü       Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch mit anderen Selbsthilfe- und Abstinenzverbänden

 

Mit den Vertreter/innen der evangelischen Selbsthilfe und Abstinenzverbände im Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe und den fünf Verbänden in der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen finden regelmäßige Sitzungen statt. Darüber hinaus erfolgt eine Mitarbeit und Einbindung der Freundeskreise in gesundheitspolitische Arbeitskreise auf Orts- und Landesebene.

 

 

*  Medienangebote des

*  Bundesverbandes

-           Bundesweites Adressenverzeichnis (im Internet und als Broschüre),

-           Faltblätter zur Selbstdarstellung und zum Leitbild derFreundeskreise,

-           Faltblätter, Broschüren für Angehörige,

-           Plakate, Faltblätter, Broschüren für den Aufbau von Angeboten für junge Suchtkranke,

-           Faltblätter, Broschüren, um Erzieher/innen und Lehrer/innen auf die Probleme von Kindern von Suchtkranken aufmerksam zu machen,

-           Faltblätter zum Umgang mit dem Rückfall.

 

Einzelexemplare werden kostenlos abgegeben, bei Anforderungen größerer Mengen wird eine Schutzgebühr (plus Erstattung der Porto- und Verpackungskosten) erbeten.

 

 

 

 

Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe Bundesverband e. V - Selbsthilfeorganisation

Untere Königsstraße 86

34117 Kassel

Telefon (05 61) 78 04 13 - Fax (05 61) 71 12 82

mail@freundeskreise-sucht.de

www.freundeskreise-sucht.de

 

Mitglied im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (Kassel), im Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e. V. (Berlin) und in der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (Hamm)






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